38. Privatzahnärztetag - 15. & 16.01.2016 - Dresden

Taschenbergpalais - Hotel Kempinski

Kompass Zahnmedizin 4.0

Digitale Innovation - individuelle Kommunikation

Zu Gast waren Referenten verschiedenster Professionen:

Dr. Markus Toschläger, Wirtschaftsingenieur und Berater mittelständischer Unternehmen sowie einiger Hochschulen schilderte zunächst die Digitalisierung im Berufsleben als nicht aufzuhaltende und gesellschaftsverändernde Tendenz. Smartphones bringen das Internet an alle Orte, die Verhaltensweisen der Menschen haben sich über die letzten Jahrzehnte deutlich gewandelt.

Daten werden in "der Cloud" zugreifbar gehalten, selbst Anwendungsprogramme laufen zunehmend dort ab und ihre Nutzung wird nur mehr bei tatsächlichem Abruf berechnet, weniger Rechnerleistung muss vorgehalten werden, Funktionen sind stets aktuell.

Die digitale Praxis von heute und morgen kann im Web anders auftreten, sich schon vor dem ersten Besuch vorstellen, Temine können online gebucht werden, die Arbeitsplatzvernernetzung Praxis - Steuerberater - Rechenzentrum - KZV wird immer enger, externe Kommunikation wird schneller, digitalisierte Dokumente lassen sich schnell auffinden, Automatisierung von Arbeits- und Verwlatungsprozessen und Beratung durch Software sind weitere mögliche Vorteile.

Die vernetzte moderne Praxis braucht hierfür eine abgestimmtes Datenschutzkonzept und IT-ler, die sich um die Infrastruktur kümmern.

Professor Tim Bruysten schilderte in einem Rundflug durch die digitale Entwicklung, wo heutige segensreiche und bedenkliche Entwicklungen stehen. Kern des Erfolges digitaler Medien jedoch sind die Motivationen, die der Mensch hat, Spass, Anerkennung, Ehre und Idealismus stehen hier im Vordergrund, so bald der Lebensunterhalt gesichert ist.

Markenbewusstsein und Gruppenzugehörigkeit sind in dieser digitalisierten Welt zu maßgeblichen Triebfedern geworden: die Sicherheit wird in der Gruppe, im Netzwerk gesucht. Ob sich jemand einem Netzwerk anschließt, entscheidet sich maßgeblich daran, ob dem Netzwerk zugetraut wird, seine Ziele zu erreichen. Sodann wird mit hoher Konzentration im Team ans Werk gegangen, Regeln werden befolgt und durch die Gruppenidentifikation wird Fortschritt erreicht.

Übergroß erscheinende Aufgaben können dabei auf eine Gruppe von "Kleinen" übertragen werden, die es schaffen, die ihnen gestellte Aufgabe zu lösen, durch Autonomie innerhalb des Regelwerks, durch ihre persönlichen Talente und das Bewusstsein, an etwas Größerem zu arbeiten.

Die Erfahrung der Selbstwirksamkeit und der Identität im Netzwerk motivieren hierbei zum Erfolg.

Pater Hermann-Josef Zoche stellte in einem erfrischenden Spaziergang durch Gedankenspiele und groteske Alltäglichkeiten heraus, dass der Mensch arbeiten und leben sollte, damit es Bewegung im Leben Anderer, in der Wirtschaft gibt. Geld sei nur ein Mittel, um miteinander zu agieren, um füreinander ein Handelsobjekt zu haben, damit gelebt werden kann.

Dabei muss man häufiger die Perspektive auf Probleme, die sich stellen wechseln, um zu sehen, dass der Rahmen, dem man es vorher gab vielleicht zu eng war, mit etwas mehr Abstand löst sich Manches leichter.

Unser Themenkatalog wird fortgesetzt mit einem fundierten Beitrag von Dr. Susanne Woitzik, Betriebswirtin bei der ZAeG stellte unter dem Titel "Praxissteuerung 4.0" die Cloud-Lösung "Fibu-doc" und das Werkzeug "control-doc" vor, mit dem die Zusammenarbeit von Abrechnungsunternehmen, Zahnarztpraxis und Steuerberater enger verbunden werden kann.

Durch das Sammeln großer Datenmengen und das anonyme Benchmarking können Zahnarztpraxen ihre fachlichen und wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten mit dem Know-How der Abrechnungsgesellschaft und des Steuerberaters verbinden.

Dazu passend stellte Dr. Andreas Jahnke ein Modell einer Praxissoftware vor, die komplett in der Cloud beim Abrechnungsunternehmen läuft. Der Bedarf an Hardware in der Praxis und entsprechender Verwaltung wir dadurch auf eine Minimum reduziert und Verwaltungsaufgaben können auf andere Unternehmen ausgelagert werden während die Arbeitsergebnisse ständig zugreifbar bleiben.

Aktuelle Datenbestände an Sicherheitsdatenblättern, Wareneinkauf und Abrechnungsbestimmungen komplettieren einen geschmeidigen Arbeitsablauf in der Praxis, so die Vision.

Das Portal für Abrechnungswissen "Alex", das sich auch derzeit in Entwicklung befindet, schließt nahtlos an die Cloudlösung an und bietet aktuell nachschlagbares Know-How für das Praxisteam.

Frank Heckenbücker, Rechtsanwalt und Justitiar u.a. der PZVD, sprach über Hoffnung und Glaube und was das mit der Praxisübergabe und den Unbilden des Lebens als Praxiseigentümer zu tun haben kann.

In einem umfassenden Referat über die komplexe Thematik der Praxisübergabe hob er hervor, dass der Zeitraum für die Übergabevorbereitung gut 5 Jahre dauern sollte, Mietverträge wollen gesichert oder verändert werden, Leasingverträge angepasst werden und die Form der Praxisablösung sollte in beiderseitigem Einvernehmen frühzeitig angebahnt werden, wie auch der persönliche Austritt aus der Praxis behutsam geplant und vollzogen sein will.

Dr. Thomas Ems, Vorstandsmitglied der Privatärztlichen Vereinigung PBV, der die PZVD partnerschaftlich verbunden ist, informierte uns über den aktuellen Stand der Verhandlungen zur GOÄ-Novellierung und die derzeit absehbaren Folgen. Noch vor dem entscheidenden Ärztetag stellte er uns vor, warum nicht mit einer Ablehung der GOÄ-Novelle zu rechnen sei und dass es daher gelte, sich auf die kurioserweise überwiegend immer noch unbekannten Neuerungen einzustellen.

 

Dr. Volker Leienbach,

PKV - Verbandsdirektor, stellte die Unverzichtbarkeit der Privaten Krankenversicherung für den Erhalt und die Fortentwicklung moderner Medizin in Deutschland klar heraus.

Das Rücklagenmodell habe sich bewährt und auch, wenn es eine zunehmende Herausforderung sei, bei Neuanlagen eine vernünftige Verzinsung zu erwirtschaften, sehe die PKV mit Ruhe und Zuversicht in die Zukunft, weil sie weiß, dass eine flächendeckende hochqualitative Versorgung nur mit Privatmedizin und der Privaten Krankenversicherung geht.

Die Veränderungen, die im Bereich der GOÄ bevor stehen, seien im Konsens zwischen Ärztevertretern und PKV sowie Beihilfe und Gesundheitspolitik zu einem guten Kompromiss geführt worden.

Abschließend stellte Dr. Georg Kolle, Vorstand der PZVD, das Portal Zahnarztrechnung.info vor. Erstmalig erhalten insbesondere Patienten Zugang zu einem Portal, das Probleme bei Erstattungen beim Namen nennt, das die Funktionsweisen und Stolpersteine der zahnärztlichen Leistungserbringung und Abrechnung auf deutsch erklärt und Textbausteine für den Schriftverkehr mit der Privatversicherung anbietet. Praxen können sich hier genau so informieren, wie Patienten und dabei ihren Patienten den Service des kostenfreien Zugangs zum Portal bereitstellen.

Angesichts aller positiven Entwicklungen der digitalen Welt stellte er heraus: "immer, wenn man seine Daten irgendwo sammelt, muss man aufpassen, dass sie keiner cloud!"

Der Vorstand der PZVD dankt nochmals allen Referenten für das bunte und tiefschürfende Vortragsprogramm!

 

Rahmenprogramm

Donnerstag, 14.01.2016 - Get together im Sophienkeller

Alle Kongressteilnehmer und Begleitungen, die bereits am Donnerstag Abend in Dresden eintrafen, waren herzlich eingeladen, sich im großen Zunftgewölbe des Sophienkellers zu treffen.

So war es ein fröhliches Zusammentreffen Vieler, ein freudiges Wiedersehen, dem sich sogleich intensive Gespräche mit alten Bekannten und neu hinzu gekommenen Teilnehmern anschloss.

Berufliche Themen waren hier ebenso willkommen, wie rein Privates.

Freitag, 15.01.2016 - Ein Abend im Kastenmeiers

Wie bei jede unserer Veranstaltungen war der Gesellschaftsabend mit Referenten, Tagungsteilnehmern und Ihrer Begleitung. Ein weiterer Höhepunkt. Im Restaurant Kastenmeier´s setzten sich die Diskussionen bis weit in den Morgen fort.

Dresden - eine Erlebnisstadt

Bild: Fotolia - freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Taschenbergpalais - Hotel Kempinski

Dresden ist eine Stadt mit langer Geschichte.

Die Stadt lockte mit Museumsbesuchen und lud ein zum Flanieren an der Elbe.

Bei einem Besuch in der Semperoper durften viele der Tagungsteilnehmer Sie eine denkwürdige Opernpremiere erleben.

Ein Dank an Dresden

Das Hotel und sein Personal, sowie die Angestellten der besuchten Lokale und die Dresdner selbst haben uns einen warmen Empfang und einen sehr angenehmen Aufenthalt in Dresden bereitet.

Der Vorstand der PZVD bedankt sich im Namen aller Referenten und Tagungsteilnehmer, viele von uns werden wieder kommen, alle werden Dresden in bester Erinnerung behalten.

DANKE!